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Was ist eigentlich "Agility"?

Sports Performance Training ist für viele Trainer von Sportarten und auch deren Sportler häufig noch ein Rätsel. Wenn es dann auch noch um das Thema Agility oder auf Deutsch Wendigkeit geht, hat jeder seine eigene Definition, was häufig zu Verwirrung führt. Selbst bekanntere Trainer basteln sich ihre eigene Definition zusammen, was Diskussionen rund um Drills, Transfer von Übungen oder Krafttraining auf die Zielsportart deutlich erschwert. Dabei könnte man sich auf eine Definition einigen, die Sheppard & Young schon 2006 vorschlugen. Sie lautet: „Agility is defined as a rapid whole-body movement with change of velocity or direction in response to a stimulus“ (zu deutsch: "Beweglichkeit ist definiert als eine schnelle Ganzkörperbewegung mit Änderung der Geschwindigkeit oder Richtung als Reaktion auf einen Reiz") . Der wichtige Teil, ist der Zusatz „in response to a stimulus“, denn er grenzt Agility gegenüber dem Terminus „Change of Direction“ (COD) / Richtungswechsel ab und ist wichtig für die Auswahl an Übungen, mit denen wir Agility trainieren können. Es ist wichtig, die Sachen, über die wir diskutieren zu definieren, weil wir ansonsten nie wissen, ob wir überhaupt von den gleichen Dingen sprechen, wenn wir den selben Begriff verwenden.


Ein Problem, was wir bei der Diskussion um Agility Drills immer haben werden, ist die schwierige Testbarkeit. Tests wie der Illinois Agility Test oder Pro Agility Test sind per Definition keine Tests, die Agility testen, sondern nur die Change of Direction Fähigkeit, also die Fähigkeit, die Richtung zu wechseln. Wir haben hier Tests, denen der externe Stimulus, der nötig ist, fehlt. Dies ist sehr wichtig, da sich gezeigt hat, dass bei der Fähigkeit Agility extrem viele einzelne Variablen mit rein spielen, die bei geschlossenen Tests wie den oben genannten, fehlen.

Ein praktisches Beispiel wären hierbei zwei Spieler. Beide werden getestet. Beispielsweise 40 yards Sprint, Pro Agility, Vertikalsprung und Standweitsprung. Spieler A ist bei allen Disziplinen deutlich besser als Spieler B. Dennoch hat man, wenn man beide spielen sieht immer das Gefühl, dass Spieler A schneller ist und dadurch auch effizienter. Wenn man sich dann genauer damit auseinander setzt, was die beiden tatsächlich trennt, so kommt heraus, dass Spieler B zum einen die Situationen von Anfang an besser einschätzen kann und somit sich von Anfang an besser positioniert. Zum anderen ist er aber vor allem schneller darin, auf eine Situation richtig (!) zu reagieren, was die kognitive Komponente des Skills Agility bestätigt. Mathias Wiese (ex-S&C Vienna Vikings) unterscheidet bei seiner Gamespeed Map die Bereiche Entscheidungsbereiche und Richtungswechsel als Unterteilung von Agility. Interessant ist hier jedoch zu erwähnen, dass beispielsweise beim American Football die besten College Spieler diese Testungen durchlaufen und der Pro Agility, ein COD Test, immerhin der beste Prädiktor aus allen Tests für späteren Erfolg in der NFL war. Science For Sport fügt hier außerdem noch hinzu, dass Agility ein offenes Setting beinhaltet, während Change of Direction ein geschlossenes Setting beinhaltet. Als Vergleiche nennen sie Tennis (Agility) und Ski Slalom (Change of Direction).

Die Quintessenz dessen

Daraus lernen wir, dass Agility aus weit mehr besteht, als der Fähigkeit die Richtung zu ändern, sondern dass sportartspezifische Aspekte immens wichtig sind und wir uns darüber bewusst sein müssen, dass, je weiter wir uns in unseren Übungen von der Zielsportart entfernen, desto unwahrscheinlicher wird ein direkter Übertrag. Wir können den Spielern jedoch die Basis mitgeben und dafür sorgen, dass sie die physischen Qualitäten mitbringen, die gefragt sind, um ihre Agility auf dem Feld, in ihrem Sport zu verbessern.

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